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Japan - ein Jahr nach Erdbeben und Tsunami

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Ein knappes Jahr nach der Dreifach-Katastrophe in Japan benötigen die betroffenen Familien immer noch Hilfe. Viele haben ihr Hab und Gut verloren, leben in staatlichen Übergangswohnungen oder in beschädigten Privatwohnungen. Straßen und Plätze im Norden des Landes sind zwar vom groben Schutt und Schlamm geräumt, aber die Spuren der Verwüstung sind noch überall sichtbar.

Habitat for Humanity hilft weiter beim Wiederaufbau des Landes. Freiwillige reparieren gemeinsam mit einheimischen Zimmerleuten beschädigte, aber bewohnbare Häuser. Um das Lebensumfeld zu verbessern, greifen Freiwillige auch zu Farbe und Pinsel und verschönern beispielsweise Container in den betroffenen Hafenstädten.

Was Habitat for Humanity vor Ort leistet, wird in unserem Youtube-Video "Habitat for Humanity Japan 1 Jahr danach" gezeigt.

Habitat for Humanity verteilt japanische Heizteppiche

Zu Beginn des strengen Winters bestand ein großer Bedarf an japanischen Heizartikeln. Japaner heizen ihre Wohnungen und Häuser dezentral, vor allem mit kleinen Ölöfen, mit Klimaanlagen, elektrischen oder gasbetriebenen Heizstrahlern, elektrisch beheizten Teppichen und Tischen. Viele dieser Heizquellen waren durch Erdbeben und Tsunami zerstört worden. Habitat for Humanity verteilte an 3.800 Familien in Higashimatsushima, die in beschädigten privaten Häusern wohnen oder staatlichen Übergangswohnungen leben, elektrische Heizteppiche und andere Winterartikel.

Bereits vor einigen Monaten hatten über 700 Menschen, die in der Stadt Onagawa in Übergangsunterkünften der japanischen Regierung leben, als Teil von sogenannten „Home Starter Kits“ Matratzen und Bettzeug von Habitat for Humanity erhalten.

Hilfe aus Deutschland – mit dem Bündnis Aktion Deutschland Hilft

Finanziert wurden diese Hilfsgüter-Lieferungen komplett mit Spendengeldern aus Deutschland. Habitat for Humanity Deutschland konnte dafür eine große Summe vom Bündnispartner Aktion Deutschland Hilft einsetzen. Aktion Deutschland Hilft ist ein Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen und Notsituationen im Ausland gemeinsam schnelle und effektive Hilfe leisten. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Auslandshilfe zusammen, um so die bisherige erfolgreiche Arbeit noch zu optimieren. Habitat for Humanity Deutschland ist Gastmitglied bei diesem Bündnis.

Großzügige Spenden kamen außerdem von Partnern von Habitat for Humanity Deutschland:
- Hilfswerk der Deutschen Lions, in dem sich derzeit rund 47.600 Mitglieder in über 1.400 Clubs für die Gemeinschaft und für Menschen in Not einsetzen
- SAP Solidarity Fund, der sich jährlich mit der konkreten Unterstützung eines akuten Nothilfesprojektes engagiert
- Charity Cat, einem Zusammenschluss von Mitarbeitern der Puma AG sowie
- von zahlreichen Privatleuten.

Habitat for Humanity hilft schnell

Als am 11. März 2011 ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein nachfolgender Tsunami weite Teile im Nordosten von Japan verwüstet hatten, reagierte Habitat for Humanity umgehend mit einem Wiederaufbauprogramm: Einerseits durch das Liefern von Hilfsgütern, andererseits durch den Einsatz von Freiwilligen. Diese stammten und stammen bis heute meist aus anderen Teilen Japans.

In bisher knapp 10.000 Arbeitstagen beseitigten die Freiwilligen zunächst Schlamm und Schutt in Häusern, öffentlichen Einrichtungen, Parks und Abwasserkanälen. Derzeit setzen sie gemeinsam mit einheimischen Zimmermännern Häuser instand, 54 sind bereits komplett repariert. Der Schwerpunkt der Freiwilligenarbeit liegt in diesem Winter auf der Verbesserung des Alltagslebens in den betroffenen Gebieten („community revitalization“). Dazu gehören ein weiteres Säubern ebenso wie Schönheitsreparaturen. So werden gerade in Hafengebieten die Container neu gestrichen. 

Hilfe für betroffene Familien im strengen japanischen Winter

Beim Verteilen der japanischen Heizartikel im Dezember kamen die freiwilligen Helfer häufig in Kontakt mit Betroffenen wie Yuji Sato (70). Er besitzt ein beliebtes Kuchengeschäft in Higashimatsushima. Am Tag der Katastrophe, am 11. März 2011, wurde er 70 Jahre alt. Eigentlich hatte er abends seinen Geburtstag groß feiern wollen. Stattdessen entkamen er und seine Familie knapp dem Tsunami und verbrachten den Abend in Evakuierungsräumen.

Yuji Sato holt für seine Familie einen elektrischen Heizteppich beim Akai Community Center in Higashimatsushima City ab.

Eine Woche später kehrte Yuji Sato zu seinem Haus und seinem Geschäft zurück. Alles war mit Schutt und Schlamm bedeckt. "Ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte", berichtet er. Gemeinsam mit Nachbarn und Helfern begann er mit den Aufräumarbeiten. Sieben Lastwagenladungen Erde, Dreck und Trümmer mussten abgetragen werden, bis Haus und Geschäft wieder frei standen.

"Die Gebäude standen noch. Alles, was wir besaßen, hatte nach dem Tsunami längere Zeit im Wasser gelegen, das meiste mussten wir wegwerfen. Es tut mir wirklich sehr leid für alle, die noch mehr verloren haben. Aber niemand half meiner Familie."

Schließlich erfuhr er, dass Habitat for Humanity Heizteppiche an Familien verteilt, die in beschädigten Privathäusern wohnen. "Ich bin sehr dankbar. Nicht nur, weil wir etwas geschenkt bekommen haben, sondern auch, weil sich jemand um uns sorgt."

Lesen Sie hier weitere Auszüge aus bewegenden Tagebucheinträgen von Freiwilligen, in denen sie über ihre Eindrücke und das Zusammenkommen mit Betroffenen vor Ort schreiben.

Über Habitat for Humanity Japan

Habitat for Humanity ist seit 2001 in Japan mit zwei kleinen Niederlassungen in Tokio vertreten und führt hauptsächlich Freiwilligenprogramme und Fundraising für weltweite Projekte durch. Jedes Jahr werden über 800 Freiwillige überwiegend auf die Philippinen, nach Thailand, Indien und Hawaii entsandt. Viele dieser Freiwilligen konnten für den Wiederaufbau in Japan gewonnen werden. Habitat for Humanity steht während der gesamten Katastrophenhilfe in engem Kontakt mit den japanischen Behörden und anderen Hilfsorganisationen.

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