Armenien - Armut und Konflikte
Jeder vierte Armenier lebt in Armut
Das ohnehin schon arme Land erlebte seit dem Zusammenbruch des sowjetischen Wirtschaftssystems einen fast vollständigen Einsturz der Industriestruktur und eine Privatisierung des Hausbesitzes. Diese wirkte sich besonders nachteilig für Familien mit geringen finanziellen Mitteln aus. Von Seiten des Staates gibt es kein Wohnungsgeld oder andersartige Unterstützung, so dass viele Familien auf sich alleine gestellt sind und mit ihren geringen finanziellen Mitteln zurechtkommen müssen.
Ein Land voller Krisen und Katastrophen
Hinzu kommen die bis heute spürbaren Schäden durch das verheerende Erdbeben von 1988, bei dem insbesondere in den großen Städten Spitak, Vanadzor und Gumri viele Bürger obdachlos wurden.
Und auch die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit Aserbaidschan und die isolierte Lage Armeniens aufgrund geschlossener Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei beuteln das Land und die Wirtschaft stark.
Habitat for Humanity hilft in Armenien
Vor diesem Hintergrund der Not gründete Habitat for Humanity im Jahr 2000 eine Vertretung in Armenien und konnte durch den Bau von 900 Häusern vielen Familien helfen. Für die Regierung und Bevölkerung ist die Arbeit von Habitat for Humanity in Armenien unentbehrlich geworden und wird allerorts sehr geschätzt.

- Freiwillige, die beim Peace Build dabei waren
Jährlicher "Peace Build" - Freiwillige aus aller Welt
Einmal jährlich versammeln sich internationale Freiwillige, um gemeinsam mit Habitat for Humanity in diesem von Armut und Konflikten gebeutelten Land eine Woche lang Häuser für bedürftige armenische Familien zu bauen. Dieses Jahr fand der Peace Build vom 30. Juni bis 8. Juli in der Region Gegharkunik nahe des Sevan Sees statt. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende von Habitat for Humanity Deutschland, Christopher Peterka sowie Helga Classen, ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat von Habitat for Humanity Deutschland, halfen auf der Baustelle tatkräftig mit und wollten zusätzlich zu ihrer ehrenamtlichen Arbeit für Habitat for Humanity nun auch einmal aktiv vor Ort dabei sein.
Zusammen mit den zukünftigen Hausbesitzern renovierten die fleißigen Helfer das Schlaf- und Wohnzimmer. Sie verputzten Decken und Wände und strichen sie anschließend neu an.
"Für mich war die Baureise eine sehr interessante Erfahrung. Die Familie persönlich kennen zu lernen und gemeinsam mit ihnen zu renovieren war sehr bereichernd. Jeden Mittag saßen wir zusammen draußen und wurden mit armenischen Köstlichkeiten, die Familie Babyan zubereitete, verwöhnt. Was man in nur einer Woche gemeinsam als Team schaffen und erreichen kann, hat mich sehr beeindruckt." so Helga Classen nach ihrer Rückkehr vom diesjährigen Peace Build.
Die Familie von Seda Babayan
Die Armenierin Seda Babayan hat zusammen mit ihrer Familie, die ihre Eltern sowie ihren Mann und ihre zwei Kinder umfasst, nur sehr wenig Wohnraum zur Verfügung. Obwohl sie in einem Haus lebt, muss die Familie mit nur der Hälfte des Platzes auskommen, denn den anderen Teil des Gebäudes bewohnt ihr Bruder mit seiner Familie. Das baufällige Haus wurde zuletzt vor knapp 30 Jahren renoviert. Zwei Zimmer müssen dringend renoviert werden. Da das niedrige Einkommen der Babayans nicht ausreicht, um den nötigen Umbau ihres Hauses zu finanzieren, ist sie auf die Unterstützung von Habitat for Humanity angewiesen. Sichtlich erleichtert über die nahende Hilfe meint Seda: „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe von Habitat for Humanity“.
Über Habitat for Humanity
Die internationale Hilfsorganisation Habitat for Humanity baut und renoviert in über 90 Ländern mit Hilfe von Freiwilligen und Spenden Häuser für Bedürftige und hilft beim nachhaltigen Wiederaufbau in Katastrophengebieten. Bisher wurden weltweit mehr als 500.000 Häuser gebaut und renoviert, mehr als 2,5 Millionen Menschen erhielten ein Dach über dem Kopf.Habitat for Humanity im Social Web
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