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Haiti - fast ein Jahr später

04. Januar 2011

Der 12. Januar 2010 war der Tag des verheerenden Erdbebens in Haiti. Von über zwei Millionen Menschen leben 1,3 Millionen immer noch in Notunterkünften. 190.000 Häuser wurden beschädigt, 105.000 davon vollständig zerstört. Vor welchen Hindernissen stehen Hilfsorganisationen und wie konnte bisher bereits geholfen werden?

Die Wiederaufbauarbeiten in Haiti wurden in den vergangenen Monaten durch Hurrikan Tomas, den verheerenden Ausbruch von Cholera, politische Spannungen und die extreme Armut im Land stark beeinträchtigt. Zudem sind die Landrechte zu 70% ungeklärt, so dass der Bau von dauerhaften Häusern gravierend verzögert wird. Daher arbeitet Habitat for Humanity besonders eng und intensiv mit der haitianischen Regierung und internationalen Partnern daran, ein klares und rechtmäßiges Verfahren für Landbesitz zu entwickeln. Schlechte logistische Rahmenbedingungen wie ein eingeschränkt nutzbarer Hafen, zerstörte Straßen, ein Flughafen mit nur einer Lande- und Startbahn sowie Korruption der Zollbehörden haben außerdem die Arbeit von Hilfsorganisationen erschwert.

Trotz dieser zahlreichen Schwierigkeiten hat Habitat for Humanity mit seinen Hilfsleistungen bisher etwa 28.000 Familien bzw. 140.000 Menschen erreicht:

Gemeinsam mit Partnerorganisationen des UN Shelter Cluster hat Habitat for Humanity über 24.500 Emergency Shelter Kits mit Planen und Werkzeugen an Betroffene verteilt und Experten haben mehr als 12.000 beschädigte Häuser auf Sicherheit überprüft. Besondere Bedeutung kommt den fünf im Land aufgebauten Habitat Ressource Centers (HRCs) zu: Hier wird flexible Hilfe mit Berücksichtigung von lokalen und individuellen Bedürfnissen gewährleistet. Durch engen Kontakt zu den Gemeinden können die am schlimmsten betroffenen Familien schneller ausfindig gemacht und Prioritäten beim Wiederaufbau gesetzt werden. Die HRCs bieten neben dem Wiederaufbau Hilfestellungen durch Schulung, Ausbildung und Einstellung von Haitianern. Bisher erhielten hier bereits mehr als 3000 Haitianer Schulungen für erdbebensicheres Bauen und über 700 Haitianer helfen als Angestellte der HRCs beim Wiederaufbau mit. Hierdurch trägt Habitat for Humanity zum langfristigen und nachhaltigen Wiederaufbau bei.

„In einem Land mit einer Arbeitslosenquote von 60 Prozent sind Arbeitsplätze unendlich wichtig für den Wiederaufbau“, so Claude Jeudy, Geschäftsführer von Habitat for Humanity Haiti. „Unsere HRCs tragen dazu bei, dass sich die lokale Baubranche nachhaltig entwickelt und die Qualität des Hausbaus verbessert wird.

Über 4.000 Übergangshäuser hat Habitat for Humanity bisher gebaut. Diese Übergangshäuser sind so konstruiert, dass sie leicht abgebaut und an einem anderen Ort wieder aufgebaut sowie in dauerhafte Häuser umgebaut werden können. Langfristig plant Habitat for Humanity in Haiti hurrikan- und erdbebensichere Häuser aus Zement zu bauen.

Im Kampf gegen die tödliche Cholera hat Habitat for Humanity zudem zusammen mit seinen Partnern mehr als 200 Toiletten gebaut, Hygieneschulungen durchgeführt und 750 Hygiene-Kits für Haushalte verteilt.

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www.hfhd.de

Haiti

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Pressekontakt und Bildmaterial:

Heidi Wenge |Presse und Marketing | Habitat for Humanity Deutschland

Auf dem Berlich 30 | 50667 Köln | Tel: 0221 57 9595 0 | Email: heidiwenge@hfhd.de

Über Habitat for Humanity

Nach Schätzungen der UN lebt jeder vierte Mensch in schlechten und gesundheitsgefährdenden Wohnverhältnissen. Deshalb baut Habitat for Humanity in über 100 Ländern mit der Hilfe von Spenden sichere und angemessene Unterkünfte für arme Familien und organisiert den Wiederaufbau in Katastrophengebieten. Seit 26 Jahren ist Habitat for Humanity in Haiti tätig und hat bereits vor dem Erdbeben durch Hauskonstruktion, progressive Baumaßnamen und Hausreparaturen für Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen sorgen können.

Gemeinsam mit Freiwilligen hat Habitat for Humanity auf allen fünf Kontinenten bisher mehr als 400.000 Häuser gebaut und mehr als 2 Millionen Menschen geholfen. Zu den prominenten Unterstützern von Habitat for Humanity zählen u.a. Jimmy Carter, Bon Jovi, Bill Clinton, Brad Pitt, Daniel Libeskind und Alexandra Neldel.

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