Haiti zwei Jahre nach dem Erdbeben: Erfolge und Herausforderungen

- Freiwillige Helfer in Léogâne. Foto: Habitat for Humanity/Steffan Hacker
Köln, 11.01.2012 Zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti hat Habitat for Humanity über 40.000 Familien geholfen. Viele Menschen kamen in Notunterkünften, Übergangshäusern und dauerhaften neuen Häusern unter, andere erhielten Nothilfe-Sets, Schulungen oder Arbeitsplätze bei Habitat for Humanity. Doch trotz dieser Erfolge ist noch viel zu tun, denn immer noch leben über 500.000 Menschen in baufälligen und unsicheren Unterkünften. Bei dem Erdbeben am 12. Januar 2010 verloren über 2 Millionen Haitianer ihr Zuhause.
Unmittelbar nach der Katastrophe hatte sich Habitat for Humanity das Ziel gesetzt, innerhalb von fünf Jahren 50.000 Familien zu helfen. In den vergangenen 24 Monaten hat Habitat für Humanity intensiv mit Partnerorganisationen und der haitianischen Regierung zusammen gearbeitet und hat durch koordiniertes Vorgehen jetzt bereits 40.000 Familien mit folgenden Maßnahmen erreichen können:
- 24.500 sogenannte „Shelter Kits“ mit Planen und Werkzeugen wurden an Familien nach der Katastrophe verteilt, weitere 3.300 Shelter Kits sind für weitere Notfälle gelagert.
- Übergangshäuser für 4.000 Familien wurden fertiggestellt.
- 150 dauerhafte, erdbebensichere Häuser wurden errichtet.
- Bei 12.000 vom Beben betroffenen Häusern fanden Schadenseinschätzungen statt.
- Über 350 Häuser wurden repariert.
- 700 Haitianer fanden eine feste Anstellung bei Habitat for Humanity.
- Über 4.450 Haitianer erhielten Schulungen in Schadenseinschätzung, Zimmerei- und Bauarbeiten sowie in Finanzen und Geschäftsentwicklung.
„Direkt nach dem Erdbeben haben wir uns auf die Errichtung von Übergangshäusern konzentriert. In den nächsten drei Jahren werden wir vor allem gemeinsam mit haitianischen Familien dauerhafte Häuser bauen “, betont Jonathan Reckford, CEO von Habitat for Humanity International.
Die größten Herausforderungen für den Bau dauerhafter Häuser bleiben die in Haiti oft ungeklärten Landrechte. Deshalb engagiert sich Habitat for Humanity federführend gemeinsam mit lokalen und internationalen Partnern für eine umfassende Landrechtsreform in Haiti.
Die ersten dauerhaften Häuser entstanden im November 2011 beim Jimmy Carter Work Project: Gemeinsam mit Jimmy und Rosalynn Carter bauten 480 Freiwillige innerhalb einer Woche 100 von insgesamt 500 Häusern auf einer Baufläche in Léogâne. Hier erhalten künftig 2.500 Menschen ein neues Zuhause.
Ein weiterer Bereich, in dem sich Habitat for Humanity in Haiti stark engagiert, ist die Aus- und Fortbildung der haitianischen Bevölkerung. Über 4.500 Haitianer erhielten Schulungen zu Themen wie Schadenseinschätzung, erdbebensicherer Bauweise und Rechengrundlagen. Zudem arbeiten 700 Haitianer direkt bei Habitat for Humanity – dies ist ein nicht unwesentlicher Beitrag zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Haitis, denn 60 Prozent der Menschen in Haiti sind arbeitslos.
Über Habitat for Humanity
Habitat for Humanity baut in über 100 Ländern mit Hilfe von Spenden und Freiwilligen sichere und angemessene Unterkünfte für arme Familien und organisiert den Wiederaufbau in Katastrophengebieten. Seit 27 Jahren ist Habitat for Humanity in Haiti tätig und hat bereits vor dem Erdbeben für Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen sorgen können.
Weltweit hat Habitat for Humanity bisher mehr als 500.000 Häuser gebaut und mehr als 2,5 Millionen Menschen geholfen. Zu den prominenten Unterstützern von Habitat for Humanity zählen u.a. Jimmy Carter, Bon Jovi, Bill Clinton, Brad Pitt, Daniel Libeskind, Hans Eichel und Alexandra Neldel.
Bildbeschreibung: (Druckfähige Pressefotos können Sie hier downloaden.)
1. Der ehemalige U.S. Präsident Jimmy Carter und seine Frau Rosalynn zeigen dem haitianischen Präsident Michel Joseph Martelly (vorne links) das Ergebnis des Jimmy Carter Work Projects: Gemeinsam mit 480 weiteren Freiwilligen entstanden 100 dauerhafte Häuser in einer Woche. Foto: Habitat for Humanity/Steffan Hacker
2. Léogâne/Haiti. Freiwillige Helfer feiern gemeinsam mit den zukünftigen Hausbesitzern. Sie bauten gemeinsam 100 Häuser in einer Woche in Léogâne. Foto: Habitat for Humanity/Steffan Hacker
Nähere Informationen zu Haiti finden Sie auch hier.
Pressekontakt und Bildmaterial:
Heidi Wenge |Presse und Marketing | Habitat for Humanity Deutschland
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