Hilfe für HIV/AIDS-Waisen und gefährdete Kinder
Insgesamt 68 Prozent der weltweit 34 Millionen HIV/Aids infizierten Menschen leben in Afrika südlich der Sahara. Da häufig ein Elternteil oder beide Eltern durch die Krankheit sterben, gibt es allein in Afrika über 14 Millionen Aids-Waisen. Kinder von betroffenen Familien sind in besonders großer Not und brauchen speziellen Schutz.
Denn sobald Eltern mit HIV/Aids infiziert sind, sind auch ihre Kinder unmittelbar betroffen. Mit zunehmender Krankheit können die Eltern weniger arbeiten oder sich um den Haushalt kümmern, die Kinder werden oft aus der Schule genommen, erhalten weniger bzw. schlechtere Nahrung oder erfahren weniger Fürsorge durch die Eltern.
Nach dem Tod der Eltern sind die Kinder stark traumatisiert und bleiben oft mittellos zurück. So müssen sie nicht nur den Tod der Eltern verkraften, sondern werden auch gesellschaftlich ausgegrenzt. Mit Glück kommen sie bei Verwandten unter und leben auf engem Raum in kleinen undichten Hütten. Immer wieder verlieren Kinder außerdem durch die traditionelle Erbregelung ihr Zuhause und ihren geringen Besitz an Verwandte und Außenstehende. Um überleben zu können, werden solche Kinder auch kriminell oder prostituieren sich. Schulbildung und Gesundheit geraten in den Hintergrund.
Ganzheitliche Hilfe von Habitat for Humanity
Eine der wichtigsten Aufgaben von Habitat for Humanity ist es, Waisen und gefährdeten Kindern mit einem ganzheitlichen Ansatz zu helfen, um diesen Kreislauf des Leidens zu durchbrechen und ihnen wieder Normalität und Hoffnung zu geben:
Die Kinder und ihre Betreuer erhalten ein neues Zuhause, das ihnen Schutz vor Umwelteinflüssen und Übergriffen bietet und ein Rückzugsort für die traumatisierten Kinderseelen ist. Sie erhalten Latrinen und Moskitonetze zur Vorbeugung von Krankheiten und werden in Gesundheitsfragen und zur AIDS-Prävention geschult. Damit keiner ihnen ihr Erbe wegnehmen kann, werden sie über ihre Erbrechte aufgeklärt. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisation sorgt Habitat for Humanity dafür, dass die Kinder Nahrung erhalten, psychologisch betreut werden und durch Schul- und Ausbildungen eine Zukunftschance haben. Über 84.000 Waisen und Kindern konnte Habitat for Humanity bisher bereits helfen.
Da Aids-Waisen und gefährdete Kinder aufgrund ihrer Lebenssituation keinen finanziellen Beitrag leisten können, wird dieses wichtige Programm ausschließlich mit Hilfe von Spenden finanziert. Die Zukunft dieser Waisen hängt von Spenden ab.
Hilfe in Malawi – eines der am schlimmsten betroffenen Länder
Auch in Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, unterstützt Habitat for Humanity Deutschland Waisen mit einem solchen ganzheitlichen Hilfsprojekt. Denn seit Jahren wächst in Malawi die Zahl der Aids-Waisen und gefährdeten Kinder.
Der Distrikt Mulanje im Süden Malawis gehört zu den besonders betroffenen Provinzen des Landes, 20 Prozent der Bevölkerung hat hier HIV - das ist eine der höchsten Raten im Land. Über 45.000 Kinder in Mulanje (16 Prozent) gelten als Aids-Waisen oder besonders gefährdete Kinder. Dazu zählen alle Kinder, die unter 18 Jahre alt sind und einen oder beide Elternteile verloren haben. Sie leben alleine oder bei einer Person, die sie nicht angemessen betreuen kann, wie z.B. kranke Großeltern oder minderjährige Geschwister. Es sind Kinder, die keine feste Bleibe haben, die in gesundheitsgefährdenden Umständen leben und seit dem Tod der Eltern ohne psychologische Betreuung auskommen müssen.
In einem neuen Aids-Waisen-Projekt von Habitat for Humanity, in einem Dorf etwa 40 km außerhalb der Stadt Blantyre entsteht nun ein weiteres ganzheitliches Projekt. Zwischen 2009 und 2011 wurden dort bereits 34 Häuser für 136 Aids-Waisen gebaut, die neuen Häuser bauen nun auf das Pilotprojekt auf.
Wohnen
Von Januar bis Dezember 2012 wurden insgesamt 20 neue Häuser gebaut mit belüfteten Latrinen. In jedem Haus werden vier Kinder und eine erwachsene Betreuungsperson leben - insgesamt also 80 Aids-Waisen und 20 Betreuer. Die Häuser bestehen jeweils aus vier Räumen: einem Eingangsraum, zwei Schlafzimmern und einem Abstellraum.
Gesundheitliche Aufklärung
Wichtig ist auch eine gesundheitliche Aufklärung und hygienische Grundhaltung. Die Kinder und Erwachsene erhalten daher in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium imprägnierte Moskitonetze, sowie Schulungen über Malaria, durch Wasser übertragene Krankheiten und HIV/Aids-Prävention.
Eintreten für Interessen („Advocacy“)
Habitat for Humanity schult gemeinsam mit der Organisation Justice Link die neuen Bewohner in Rechtsfragen zu Wohnrechten und Landbesitz sowie dem Verfassen von Testamenten. Dies soll allen Familien ermöglichen, ihre Erbfolge zu regeln, damit die Kinder ihre Häuser nicht beim Tod der Eltern oder Betreuer verlieren.
Berufsausbildung
Die 15- bis 18-Jährigen erhalten in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Organisation Ausbildungen, um sich langfristig selbst ein Einkommen sichern zu können.
Hoffnung und Zukunftsaussichten für Rhoda, Maggie und Suzan
Sehen Sie hier die bewegenden Aufnahmen von Kindern, die nun wieder Hoffnung auf Normalität und Alltag haben. Ein Haus und ganzheitliche Unterstützung hat z.B. schon die 12 jährige Maggie erhalten, die seit dem Tod ihrer Eltern auch für ihre gehbehinderte Oma, sowie ihre zwei jüngeren Geschwister sorgen muss und den Haushalt führt.
Auch die 12 jährige Suzan hat wieder etwas Hoffnung und Freude: Sie musste den Tod von insgesamt 6 Familienangehörigen verkraften und lebte in einer undichten Hütte. Nun kann sie sich in einem neuen Haus auf ihre ganze Leidenschaft - Lernen - konzentrieren.
Die Geschichte von Rose Timothy
Rose ist eine 40-jährige Witwe. Sie hat zwei Kinder, Sharon Kauduzu, 12 Jahre und Jamusi Chiwaya, 3 Jahre alt. Roses Mutter, Malita Namagunda, kümmert sich mit ihr zusammen um die Kinder. Das Haus der Familie ist kurz nach dem Tod ihres Mannes eingestürzt. Die Kinder schlafen im Haus der Großmutter und Rose schläft in der Küche bei den Nachbarn. Das Haus der Großmutter ist sehr klein und befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Rose ist HIV positiv und in Behandlung. Die Lebensumstände stellen für sie und ihre Familie eine große Gefahr dar. Rose steht jeden Morgen sehr früh auf und arbeitet auf dem kleinen Feld der Familie. Die jährliche Ernte beträgt 3 Reissäcke. Rose sucht nach weiterer Arbeit, um zusätzlich Mais und andere Lebensmittel kaufen zu können. Sie freut sich auf ein Habitat for Humanity Haus, damit ihre Familie sicher und gesund leben kann.
Anonymer Spender unterstützt Projekt
Dieses Projekt wird aus Deutschland mit einer großzügigen Spende eines anonym bleibenden Unternehmens aus Süddeutschland unterstützt.
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