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Ein Zuhause für AIDS-Waisen in Afrika

Ein sicheres Dach über dem Kopf erhalten diese Kinder aus dem ersten Habitat for Humanity-Bauprojekt für Aids-Waisen in Mulanje/Malawi. Foto: Katrin Kaufmann

Hilfe für AIDS-Waisen in Malawi

68 Prozent der weltweit 34 Millionen HIV/AIDS infizierten Menschen leben südlich der Sahara in Afrika. Da häufig nicht nur ein Elternteil, sondern sogar beide sterben, gibt es dort besonders viele AIDS Waisen. Diese Kinder brauchen ganz besonderen Schutz.

Sind ihre Eltern krank, so leiden auch die Kinder stark. Die Eltern können sich weniger um sie und den Haushalt kümmern und nehmen die Kinder sogar teilweise aus der Schule heraus. Nach dem Tod der Eltern bleiben die Kinder traumatisiert und mittellos zurück. Gesellschaftlich werden sie oft ausgegrenzt und verlieren zudem aufgrund der tradtionellen Erbregelung oft ihr Zuhause und ihren geringen Besitz an Verwandte und Außenstehende. Um überleben zu können, werden AIDS-Waisen auch teilweise kriminell oder prostituieren sich.

Ganzheitliche Hilfe

Eine der wichtigsten Aufgaben von Habitat for Humanity ist es, Waisen und gefährdeten Kindern mit einem ganzheitlichen Ansatz zu helfen, um diesen Kreislauf des Leidens zu durchbrechen und ihnen wieder Normalität und Hoffnung zu geben:

Die Kinder und ihre Betreuer erhalten ein neues Zuhause, das ihnen Schutz vor Umwelteinflüssen und Übergriffen bietet und ein Rückzugsort für die traumatisierten Kinderseelen ist. Sie erhalten Latrinen und Moskitonetze zur Vorbeugung von Krankheiten und werden in Gesundheitsfragen und zur AIDS-Prävention geschult. Damit keiner ihnen ihr Erbe wegnehmen kann, werden sie über ihre Erbrechte aufgeklärt. Gemeinsam mit anderen Hilfsorganisation sorgt Habitat for Humanity dafür, dass die Kinder Nahrung erhalten, psychologisch betreut werden und durch Schul- und Ausbildungen eine Zukunftschance haben. Über 84.000 Waisen und Kindern konnte Habitat for Humanity bisher bereits helfen.

Da Aids-Waisen und gefährdete Kinder aufgrund ihrer Lebenssituation keinen finanziellen Beitrag leisten können, wird dieses wichtige Programm ausschließlich mit Hilfe von Spenden finanziert. Die Zukunft dieser Waisen hängt von Spenden ab.

Malawi – eines der am schlimmsten betroffenen Länder

Auch in Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, unterstützt Habitat for Humanity Deutschland Waisen mit einem solchen ganzheitlichen Hilfsprojekt. Denn seit Jahren wächst in Malawi die Zahl der Aids-Waisen und gefährdeten Kinder.

Im Distrikt Mulanje im  Süden Malawis sind besonders viele Familien betroffen, 20 Prozent der Bevölkerung hat hier HIV.  Über 45.000 Kinder gelten als Aids-Waisen oder besonders gefährdete Kinder. Dazu zählen alle Kinder, die unter 18 Jahre alt sind und einen oder beide Elternteile verloren haben. Sie leben alleine oder bei einer Person, die sie nicht angemessen betreuen kann, wie z.B. kranke Großeltern oder minderjährige Geschwister. Es sind Kinder, die keine feste Bleibe haben, die in gesundheitsgefährdenden Umständen leben und seit dem Tod der Eltern ohne psychologische Betreuung auskommen müssen.

Außerhalb der Stadt Blantyre baut Habitat for Humanity seit 2009 speziell Häuser für diese betroffenen Kinder. In jedem Haus wohnen vier Kinder und eine erwachsene Betreuungsperson.

  • Zwischen 2009 und 2011 enstanden in Blantyre 34 Häuser für 136 Aids-Waisen.
  • 2012 wurden in dieser Siedlung weitere 20 Häuser gebaut. Darin haben 80 Waisen und 20 Betreuer ein Zuhause gefunden. Das Projekt wurde aus Deutschland mit einer großzügigen Spende eines anonym bleibenden Unternehmens aus Süddeutschland unterstützt.
  • Ab März 2013 werden in Blantyre, Lilongwe und Mzuzu 22 weitere Häuser entstehen - ein sicheres Zuhause für weitere 88 Menschen. Diese Häuser enstehen in Zusammenarbeit und mit Unterstützung von NAK Karitativ und der Hetzner Online AG.

Gesundheitliche Aufklärung

Wichtig ist auch eine gesundheitliche Aufklärung und hygienische Grundhaltung. Die Kinder und Erwachsene erhalten daher in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium imprägnierte Moskitonetze, sowie Schulungen über Malaria, durch Wasser übertragene Krankheiten und HIV/Aids-Prävention.

Eintreten für Interessen („Advocacy“)

Habitat for Humanity schult gemeinsam mit der Organisation Justice Link die neuen Bewohner in Rechtsfragen zu Wohnrechten und Landbesitz sowie dem Verfassen von Testamenten. Dies soll allen Familien ermöglichen, ihre Erbfolge zu regeln, damit die Kinder ihre Häuser nicht beim Tod der Eltern oder Betreuer verlieren.

Berufsausbildung

Die 15- bis 18-Jährigen erhalten in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Organisation Ausbildungen, um sich langfristig selbst ein Einkommen sichern zu können.

Hoffnung und Zukunftsaussichten für Rhoda, Maggie und Suzan

Sehen Sie hier die bewegenden Aufnahmen von Kindern, die nun wieder Hoffnung auf Normalität und Alltag haben. Ein Haus und ganzheitliche Unterstützung hat z.B. schon die 12 jährige Maggie erhalten, die seit dem Tod ihrer Eltern auch für ihre gehbehinderte Oma, sowie ihre zwei jüngeren Geschwister sorgen muss und den Haushalt führt.

Auch die 12 jährige Suzan hat wieder etwas Hoffnung und Freude: Sie musste den Tod von insgesamt 6 Familienangehörigen verkraften und lebte in einer undichten Hütte. Nun kann sie sich in einem neuen Haus auf ihre ganze Leidenschaft - Lernen - konzentrieren.

Die Geschichte von Rose Timothy

Rose ist eine 40-jährige Witwe. Sie hat zwei Kinder, Sharon Kauduzu, 12 Jahre und Jamusi Chiwaya, 3 Jahre alt. Roses Mutter, Malita Namagunda, kümmert sich mit ihr zusammen um die Kinder. Das Haus der Familie ist kurz nach dem Tod ihres Mannes eingestürzt. Die Kinder schlafen im Haus der Großmutter und Rose schläft in der Küche bei den Nachbarn. Das Haus der Großmutter ist sehr klein und befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Rose ist HIV positiv und in Behandlung. Die Lebensumstände stellen für sie und ihre Familie eine große Gefahr dar. Rose steht jeden Morgen sehr früh auf und arbeitet auf dem kleinen Feld der Familie. Die jährliche Ernte beträgt 3 Reissäcke. Rose sucht nach weiterer Arbeit, um zusätzlich Mais und andere Lebensmittel kaufen zu können. Sie freut sich auf ein Habitat for Humanity Haus, damit ihre Familie sicher und gesund leben kann.

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Weitere Informationen

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Video: Hilfe vor Ort

Kreislauf des Leidens

Bilder aus Malawi

Ein neues Habitat for Humanity Haus - Hoffnung in Malawi
Kinder in Mulanje im Süden Malawis
Typische Behausung in Afrika
Gesundheitliche Aufklärung und Hygiene-Schulungen
Malawi - eines der ärmsten Länder der Welt