Millard Fuller 1935-2009
Habitat for Humanity trauert um Millard Fuller, den Visionär, dessen Ideen und dessen unermüdliche Arbeit zur Gründung von Habitat for Humanity führte.
Donnerstag 5. Februar 2009
Millard Fuller gründete Habitat for Humanity im Jahr 1976. Er leitete Habitat for Humanity bis 2005 und baute danach das Fuller Center for Housing auf.
Er starb am Morgen des 3. Februar in Folge einer schweren Krankheit im Alter von 74 Jahren.
„Millard Fuller besaß soviel Energie und Schaffenskraft, dass er eine simple Idee in eine internationale Organisation verwandelte, welche mehr als 280.000 Familien geholfen hat, aus unzulänglichen Wohnverhältnissen in bescheidene Häuser um zuziehen, die sie selbst mit erbaut haben und bezahlen können“, sagte Jonathan Reckford, Geschäftsführer von Habitat for Humanity International. „Die gesamte Habitat-Familie trauert um unseren Gründer, ein wahres Idol in der Bewegung für finanzierbaren Wohnungsbau. Unsere Gebete und Gedanke sind bei Familie Fuller.“
Die Idee für Habitat for Humanity entstand auf der Koinonia Farm, einer christlichen Gemeinde, die 1942 im ländlichen Südwesten Georgias gegründet wurde. Millard und Linda Fuller gingen 1965 nach Koinonia.
Als Millard Fuller 29 Jahre alt war, hatte er bereits seine erste Millionen Dollar als Unternehmer und Rechtsanwalt verdient. Aber mit den steigenden Einkünften, begann sich auch sein Gesundheitszustand und seine Ehe zu verschlechtern. Um ihre Ehe zu retten, beschlossen die Fullers, einen Neuanfang zu wagen. Sie verkauften alles, was sie besaßen und gaben das Geld den Armen. Auf ihrer Suche fanden sie Koinonia und folgten dort den Lehren des Landwirtes, Theologen und Gründers der Gemeinschaft, Clarence Jordan.
Bald darauf starteten Jordan und Fuller das Programm „Partnership Housing“ (partnerschaftlicher Wohnungsbau), indem sie einfache Häuser in Zusammenarbeit mit den Nachbarn aus der ländlichen Umgebung bauten, die zu arm waren, um einen Kredit für den Bau eines angemessenen Hauses zu erhalten. Das erste Haus wurde 1969 fertiggestellt, und schon bald folgten Weitere. 1973 brachten die Fullers das Konzept des „Partnership Housing“ nach Afrika. Innerhalb weniger Jahre ersetzten einfache Betonhäuser gesundheitsgefährdende Häuser aus Lehm und Stroh. So kam Millard Fuller die großartige Idee: „Wenn „Partnership Housing“ das Leben der Menschen in Georgia/USA und Zaire verbessert, warum nicht auch auf der ganzen Welt?“
1976 gingen die Fullers zurück in die USA und gründeten Habitat for Humanity International. Als die Organisation ihr 25-jähriges Bestehen feierte, arbeiteten bereits mehrere zehntausend Freiwillige für Habitat, und mehr als 500.000 Menschen lebten in Habitat-Häusern.
Millard Fuller war ein produktiver Schriftsteller und Autor von insgesamt 10 Büchern. Er erhielt mehr als 50 Ehrungen. 1996 erhielt er die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten. Als Bill Clinton ihm die Medaille überreichte, sagte er: „Millard Fuller hat mehr dafür getan als jeder andere, dass der Traum von einem eigenen Haus nicht nur in unserem Land, sondern in der ganzen Welt Realität wird.“ Jack Kemp, ehemaliger Minister für Bau und Stadtentwicklung und ehemaliges Mitglied des Vorstands von Habitat for Humanity, stimmte dem zu und ergänzte: „Wenn man mich nach erfolgreichen Wohnungsbauprojekte aus unseren Städten fragt, dann ist Habitat die erste Organisation, die mir einfällt.“
Neben vielen weiteren Auszeichnungen wurde Fuller in die National Housing Hall of Fame aufgenommen, bekam den World Changer Award, den Methodistischen Friedenspreis, den Norman Vincent Peale Award , den John W. Gardner Leadership Award und den Martin Luther King Jr. Humanitarian Award.
„Millard Fullers Ehrgeiz und sein unnachgiebiger Einsatz für die Schaffung finanzierbarer Häuser faszinierte viele und veränderte das Leben vieler Menschen auf der ganzen Welt“, sagte J. Ronald Terwilliger, Vorstandsvorsitzender von Habitat for Humanity International. „Seine Ideen leben in der Arbeit von Habitat und in seinen Angestellten, Freiwilligen, Partnerfamilien und Unterstützern weiter. Wir möchten der Familie Fuller unser aufrichtiges Mitgefühl ausdrücken. Wir werden sie in unseren Gedanke behalten und sie in unsere Gebete einschließen.“
