Müllbergprojekt "Rainbow Village" in Vietnam

- Arbeiter auf dem Müllberg in Rach Gia
Das Land Vietnam
Vietnam liegt in Südostasien mit Grenzen an Kambodscha, Laos und Thailand. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt ca.1600 km mit einer Küstenlänge von ca. 3400 km. Trotz des verbesserten Wirtschaftswachstums seit 1986 gehört Vietnam mit seinen 84 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt. Immer noch leben 26% aller Haushalte in Armut. Habitat for Humanity wurde in Vietnam 2001 mit Baustellen in den Provinzen Kien Giang, Dong Nai, Tien Giang und Ho Chi Minh Stadt aktiv.
Die Wohnsituation der Menschen in Kien Giang
In der Provinz Kien Giang leben rund 36.810 Haushalte in ärmsten Verhältnissen, mit unzulänglichen sanitären Anlagen und ohne Wasserversorgung. Das durchschnittliche monatliche Einkommen liegt bei 28 US-Dollar pro Kopf. Seit 2005 arbeitet Habitat for Humanity in der Provinz Kien Giang in Zusammenarbeit mit der Organisation „Women’s Union“. Ziel ist es, die Lebensumstände der Menschen durch Mikrokredite und technische Unterstützung beim Wohnungsbau sowie durch Initiativen zur Verbesserung der Wasserversorgung und dem Bau sanitärer Anlagen zu verändern. Durch ein Pilotprojekt ist es gelungen, Unterstützung der Regierung zu erhalten und die Hilfe auszuweiten.
Das Projekt Rainbow Village
Rach Gia ist die Hauptstadt der Provinz Kien Giang. Die Stadt liegt an der Südspitze Vietnams und ist geprägt von Landwirtschaft und Fischerei. Auf der Müllhalde in Rach Gia leben zirka 120 Familien. Mit Materialien, die sie auf der Müllhalde fanden, haben sie sich, z.B. aus Kartonagen und Zuckerrohrplanzen, Unterkünfte gebaut. Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen ist kaum vorhanden. Die Familien mit insgesamt 87 Kindern verdienen ihren Lebensunterhalt durch Mülltrennung und Verkauf gefundener Gegenstände. Die Kinder arbeiten wie Erwachsene mit.
Zu diesen unzureichenden Lebensumständen kommen noch weitere Schwierigkeiten hinzu, so sind z.B. die meisten Bewohner der Müllhalde Analphabeten. Auch die Kinder dieser Familien gehen nicht zur Schule sondern sammeln ebenfalls Müll. Die Familien haben kaum Möglichkeiten aus diesem Teufelskreis auszubrechen, denn ihnen fehlen oft die nötigen Fähigkeiten oder das Geld um sich in eine andere Lebenssituation zu bringen.
Darüber hinaus existieren die meisten Familien rein rechtlich nicht, d.h. dass sie nicht beim Staat registriert sind. Sie können sich nicht ausweisen und bekommen somit keinen Zugang zu Bildungs-, Gesundheits,- oder Sozialeinrichtungen. Fehlende Papiere begünstigen darüber hinaus Menschenhandel und Kinderarbeit. Vorfälle von sozialem und körperlichem Missbrauch wie Menschenhandel, Vergewaltigungen und Inzest unterstreichen die Notwendigkeit des verstärkten Schutzes der Kinder.
Wie hilft Habitat for Humanity?
Habitat for Humanity holt die Menschen durch ein dreijähriges Projekt von der Müllhalde und hilft ihnen in menschenwürdige Lebensumstände zu kommen.
Ziele des Projektes:
- Zugang für 119 Familien zu ordentlichen Unterkünften, sauberem Wasser und sanitären Anlagen.
- Abbau der Ausbeutung von Kindern, die auf Müllhalden leben.
- Herstellung der rechtlichen Identität der Familien.
- Sicherung nachhaltiger alternativer Einnahmequellen für die Familien.
- Gründung eines Habitat Resourcen-Centers in Kien Giang, dass als Anlaufstelle zur Verbesserung der Lebensumstände in Bezug auf „finanzierbaren Wohnraum, Wasser und sanitäre Anlagen“ dient. Dort erwerben sich die Familien Wissen und Fähigkeiten um einer anderen Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Umsetzung:
Um das Projekt erfolgreich durchzuführen ist es wichtig, den Menschen eine alternative Einnahmequelle zu bieten und sie von Anfang an in den Umsiedlungsprozess zu integrieren. Entscheidend ist, dass die Menschen von sich aus von der Müllhalde weg wollen.
Habitat for Humanity bietet den Erwachsenen durch die Resourcen-Center eine Ausbildung im Bereich Hausbau an sowie die Möglichkeit Fähigkeiten zu erwerben, um am lokalen Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu werden. Zu Beginn des Projektes wurde in Zusammenarbeit mit der Regierung eine Schule errichtet, um den Kindern Zugang zu Bildung zu sichern und sie von der Müllhalde zu holen. Nachdem die ersten Familien in Arbeit sind, soll für diese Familien der Umsiedlungsprozess begonnen werden. Die Rückzahlungskosten werden so zugeschnitten, dass sie nicht mehr als 20% des Einkommens betragen.
Bei diesem Projekt nimmt Habitat for Humanity entgegen seiner normalen Tätigkeit in Kauf, dass die Häuser teilweise stark durch Spenden finanziert werden. Hierbei wird der Gefahr entgegengewirkt, dass die Familien im Falle eines zu hohen Rückzahlungsdrucks wieder auf die Müllhalde zurück wollen.
Ihre Unterstützung:
Tragen auch Sie persönlich dazu bei, dass wieder einige weitere Menschen ein gesundes und sicheres Zuhause haben und spenden Sie!
Rahmenbedingungen des Projektes:
- Laufzeit: Dezember 2007 – Dezember 2010
- Gesamtkosten 858.000 US-Dollar (bisher nur teilfinanziert)
- Kosten des Projektes pro Familie: 7210 US-Dollar
Jeder Beitrag zu diesem Projekt zählt!
oder
Habitat For Humanity Deutschland
Spendenkonto: 105894001
BLZ: 10070024, Deutsche Bank

- Habitat for Humanity Häuser für die Familien von Rach Gia im Rohbau


