Jonathan Reckford, CEO von Habitat for Humanity, berät die US Regierung zum Wiederaufbau Haitis

- Jonathan Reckford auf der Baustelle in New Orleans, LA
Köln, 04.08.2010
Als Experte für den Wiederaufbau Haitis sprach Jonathan Reckford am 29.07.2010 vor dem U.S. House of Representatives und dem dortigen Foreign Affairs Committee Empfehlungen zur Optimierung des Wiederaufbaus Haitis aus und analysierte den derzeitigen unzureichenden Status in Haiti. Derzeit sind nur 6% der Mittel, die bei einer Konferenz zur Spendenunter-stützung in den USA zugesagt wurden, für Bau von Häusern vorgesehen, weniger als 14 % der derzeitigen Mittel, die die USA für die Gesamthilfe Haitis plant, sind für Unterkünfte gedacht. Nur etwa 3 Millionen US Dollar sind bisher für die Reparatur von Häusern vorgesehen – und das, obwohl insgesamt 40% der Schäden Wohnhäuser betreffen.
Etwa 1,5 Millionen Menschen haben bei dem Erdbeben ihr Zuhause verloren. Alle bisherigen und derzeitigen Entscheidungen darüber, wie, wo und wann durch die Wiederaufbaumaßnahmen Häuser für die dortigen Menschen gebaut werden, haben eine entscheidende Bedeutung für das zukünftige wirtschaftliche Potential Haitis, den Lebensstandard und die allgemeine Verfassung der Menschen. Der Focus der weltweiten Hilfe und der Hilfe der US Regierung muss laut Jonathan Reckford daher vermehrt auf dem Bau und der Reparatur von sicheren Unterkünften liegen, dafür müssen noch deutlich mehr Ressourcen als bisher eingesetzt werden.
Jonathan Reckford rät der US Regierung daher dazu, weitere finanzielle Mittel bereit zu stellen. Diese sollten u.a. für die Beseitigung von Bauschutt als wesentliche Grundlage für den Neubau von Häusern eingesetzt werden. Weitere Mittel sind nötig für die Klärung von Besitzverhältnissen der Ländereien. Besondere Berücksichtigung sollte hier Mietern zukommen, da sie die Mehrheit darstellen.
Auch sollte die Regierung die Entwicklung einer Strategie für vorausschauende Stadtentwicklung unterstützen, die die haitianische Regierung und ihre Bürger in ihren Bedürfnissen unterstützt. Urbane Planung, die Klärung von Besitzverhältnissen von Ländereien und Häusern und ein Wiederaufbau vornehmlich in den Gebieten, in denen auch Arbeitsmöglichkeit und Infrastruktur besteht, müssen im Focus der Hilfsleistungen stehen.
„Die derzeitige Situation ist sechs Monate nach dem Erbeben noch sehr düster“, so Jonathan Reckford in seiner Rede vor dem Ausschuss, „obwohl alle beteiligten Helfer mit einer unglaublichen Leistung auch weiterhin vereint dazu beitragen, Unterkünfte für die Menschen bereit zu stellen.
Auch wenn bis zum 09. Juli Habitat for Humanity und andere Hilfsorganisationen etwa 100.000 Zelte und über 680.000 Planen bereitstellen konnten und eine solche hohe Menge bisher noch nie nach einer Katastrophe erreicht werden konnte, reicht dies jedoch bei weitem nicht aus.
Um sicherzustellen, dass Haiti lange nach dem Wiederaufbau noch pulsierend, stabil und erfolgreich ist, müssen alle NGOs daran arbeiten, die Kapazität der haitianischen Regierung, der lokalen NGOs, der kommunalen Organisationen und den Privatsektor zu stärken.
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Nach Schätzungen der UN lebt jeder vierte Mensch in schlechten und gesundheitsgefährdenden Wohnverhältnissen. Habitat for Humanity ist der Meinung, dass jeder das Recht auf ein angemessenes Zuhause hat. Deshalb baut die Organisation in über 100 Ländern mit der Hilfe von Spenden sichere und angemessene Unterkünfte für arme Familien und organisiert den Wiederaufbau in Katastrophengebieten. Gemeinsam mit Freiwilligen hat Habitat for Humanity auf allen fünf Kontinenten mehr als 350.000 Häuser gebaut und mehr als 1,75 Millionen Menschen geholfen. Zu den prominenten Unterstützern von Habitat for Humanity zählen u.a. Daniel Libeskind, Jimmy Carter, Bon Jovi, Bill Clinton und Brad Pitt.
