Sauberes Trinkwasser für Tadschikistan
Von den insgesamt sieben Millionen Einwohnern Tadschikistans leben zwei Drittel unter der Armutsgrenze. Nur etwas mehr als die Hälfte der Einwohner hat Zugang zu sauberem Wasser. Jährlich infizieren sich etwa 51 Prozent der Bevölkerung mit durch das Wasser übertragenen Krankheiten. Durch Erhöhung der Trinkwasserqualität, möchte Habitat for Humanity gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation "Nakukor" die Gesundheit der Bevölkerung in den besonders stark betroffenen Gegenden Kumsangir und Khuroson verbessern. Vom Wasser übertragene Krankheiten innerhalb der betroffenen Familien sollen durch diese Maßnahme um 80% zurückgehen.
Zur Qualitätsverbersserung des Wassers werden 50 Wasserreservoire gebaut, mit denen 15.400 Menschen ein Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht werden kann. 2.200 Familien werden außerdem mit einem BioSand Filter ausgestattet, um die Qualität des genutzten Wassers und somit auch den Gesundheitszustand der Familienmitglieder zu verbessern. Um eine langfristige Verbesserung zu erzielen, werden die betroffenen Familien in Gesundheits- und Hygienethemen geschult.
Das seit 1991 von der Sowjetunion unabhängige Land wird umschlossen von Afghanistan, Usbekistan, Kirgisistan und China und ist sehr gebirgig. In der ärmsten Region Chatlon im Südwesten des Landes, lebt ein Drittel der Gesamtbevölkerung und ist von der gesundheitsgefährdenden Wasserqualität besonders stark betroffen. Insbesondere die ländlichen Gegenden Kumsangir und Khuroson leiden unter der sehr einfachen Infrastruktur. Das Trinkwasser wird von verseuchten Bewässerungskanälen und -gräben bezogen, wodurch viele Einwohner unter anderem an Typhus, Hepatitis, Diarrhö und Dysenterie erkranken.
Habitat for Humanity in Tadschikistan
Habitat for Humanity arbeitet seit 1999 in Tadschikistan und konnte bisher 3000 Menschen vor Ort helfen. Habitat hat hier nicht nur Häuser gebaut, sondern auch den Bau von halbfertigen Häusern fertiggestellt, Wohnhäuser aus der Zeit der Sowjetunion renoviert und Wasserfilter in abgelegenen, ländlichen Gemeinden installiert. In den Erdbebengebieten baut Habitat sichere Häuser, die einem Beben standhalten können.
BioSand Wasserfilter
Der BioSand Wasserfilter besteht aus einem Betoncontainer, der mit geschichtetem Sand und Kies gefüllt ist. Darüber befindet sich ein Verteiler und eine Bio-Schicht. Wenn Wasser durch diese Schichten fließt, werden Fremdpartikel und Organismen herausgefiltert. Diese innovative Bio-Schicht befindet sich in der ersten Sandschicht und erhöht die Effektivität des Filters zusätzlich, da sie Mikroorganismen enthält, die die im Wasser befindlichen Bakterien konsumieren.
Die BioSand Wasserfilter können so über 90% der durch Wasser übertragenen Krankheitserreger und Parasiten beseitigen und produzieren bis zu 60 Liter gereinigtes Wasser in der Stunde, dies ist ausreichend für 18 Personen. Die kostengünstigen und nachhaltigen Wasserfilter benötigen weder Chemikalien noch Elektrizität und können mit vor Ort erhältlichen Materialien produziert werden.






