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80 Prozent aller Menschen leben in unsicheren Miet- und Eigentumsverhältnissen

Habitat for Humanity fordert die Wohnrechte armer Familien zu sichern

Zum Welt-Habitat-Tag, Montag 6. Oktober 2008

Acht von zehn Menschen weltweit haben kein sicheres Dach über dem Kopf. Ihre Miet- und Besitzverhältnisse sind nicht geklärt oder schriftlich festgehalten. Darauf weist Habitat for Humanity Deutschland anlässlich des Welt-Habitat-Tages hin. „Ohne Besitz- oder Mietdokumente leben die Familien in ständiger Gefahr, vertrieben zu werden. Außerdem erhalten sie keinen Zugang zu Krediten“, so Manuela Kikillus, Geschäftsführerin von Habitat for Humanity Deutschland. Habitat for Humanity fordert deshalb internationale Anstrengungen um den Zugang zu Eigentums- und Wohnrechten zu erleichtern. „Unsichere Wohnverhältnisse sind oft eine Ursache dafür, dass Familien verarmen bzw. aus ihrer prekären Lebenssituation nicht entkommen können. Besonders betroffen seien arme Familien in Entwicklungsländern.

Dass Wohnrechte für acht von zehn Menschen nicht geklärt sind, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen halten komplizierte und zeitaufwendige Dokumentationsverfahren die Menschen davon ab, ihr Eigentum registrieren zu lassen oder Land zu kaufen. In den Philippinen beispielsweise bedarf es 168 Schritte, um als Landbesitzer registriert zu werden, im Schnitt sind 53 Behörden und Dienstleister wie Rechtsanwälte und Notare involviert, und der Kauf kann bis zu 25 Jahren dauern. In anderen Ländern haben Minderheiten und Frauen aufgrund eines diskriminierenden Rechtswesens Schwierigkeiten, Land zu erben oder zu kaufen. Bezeichnend ist, dass Frauen - obwohl sie weltweit die Hälfte der Erwerbsbevölkerung stellen - weniger als 15 Prozent des Grundeigentums besitzen. Analphabetismus und Unsicherheit bezüglich der rechtlichen Verfahren sind weitere Ursachen für unsichere Lebensverhältnisse. Verträge können von vielen nicht gelesen oder aufgrund der juristischen Sprache nicht verstanden werden. Habitat for Humanity hat deshalb in Argentinien und Mosambik Programme entwickelt, um arme Familien über Erbrecht aufzuklären und sie in Finanz- und Rechtsangelegenheiten zu schulen.

Sichere Wohnverhältnisse reduzieren Armut

„Rechtlich verbriefte Wohnverhältnisse sind eine wichtige Grundlage um die weltweite Armut zu reduzieren“, so Manuela Kikillus. Heute leben rund 1,6 Mrd. Menschen in Elendsbehausungen. Sie haben meist keinen Zugang zu sauberem Wasser oder Toiletten. Nicht selten teilt sich eine mehrköpfige Familie einen winzigen Raum. „Sichere Eigentums- und Mietverhältnisse tragen dazu bei, dass Familien langfristig in ihr Zuhause investieren,“ so Manuela Kikillus. „Da ihnen ihre Wohnung so schnell niemand streitig machen kann, sind sie bereit, in Sanitäranlagen zu investieren oder sich in der Kommune zu engagieren, um die Lernbedingungen für ihre Kinder zu verbessern.“

Geklärte Besitzverhältnisse sind auch für Habitat for Humanity die Voraussetzung für ein Engagement. Die Hilfsorganisation unterstützt weltweit den Bau und die Renovierung von Häusern und Wohnungen für Familien in Not. Seit 1976 wurden bereits mehr als 280.000 Häuser fertig gestellt. In Deutschland hat Habitat for Humanity seinen Sitz in Köln. Von dort aus unterstützt die Organisation weltweite Bauprojekte und entsendet Freiwilligenteams in Kurzzeiteinsätze zur Mithilfe in den Bauprogrammen.

Rückfragen und Interviewwünsche an die Pressestelle unter Tel.: 0221-5795950

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