Dürrekatastrophe in Afrika – Habitat for Humanity hilft in Äthiopien


Wasserprojekt in der Arsi Zone

Habitat for Humanity setzt in Äthiopien ein großangelegtes Wasserprojekt um

Fast jeder vierte Einwohner Äthiopiens lebt unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Durch Dürren und andere extreme Wettereignisse, die das Land regelmäßig treffen, sind mehrere Millionen Menschen chronisch von Nahrungsmittelengpässen bedroht, darunter fast sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren. Äthiopien steht auf Platz 173 des Human Development Indexes.

Habitat for Humanity hat ein mehrjähriges Programm ins Leben gerufen, das der Verbesserung der Wasserversorgung sowie der Sanitär- und Hygienesituation für bis zu 33.000 Menschen dient. Dabei wird im Einzelnen der Zugang zu sauberem Trinkwasser für besonders geschwächte Gemeinden hergestellt und die sanitären Einrichtungen in Schulen und Gesundheitszentren verbessert. Trainings und Schulungen zum Thema Gesundheit und Hygiene für Schulkinder, Gemeinden und Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen sollen für eine langfristige Stärkung der Gesundheit sorgen. Die Gemeinden werden zudem durch den Bau von öffentlichen Wasserreservoirs und Wasserverteilstellen, Pipelines und nach Geschlechtern getrennten Toiletten gestärkt. Die nachhaltige Trinkwasserversorgung des Shalla Distrikts kann nur durch die Beförderung von Trinkwasser aus einer 100 Kilometer entfernten Quelle gesichert werden – die äthiopische Regierung hat bereits mit dem Bau einer Pipeline für diesen Zweck begonnen. Bis zu ihrer Fertigstellung werden die am meisten gefährdeten Einwohner des Distrikts mit Kanistern und Eimern zur Beförderung und Lagerung sowie Aufbereitungsmitteln zur Behandlung von Wasser unterstützt.

Unsere Projektmaßnahmen für die wichtige Wasserversorgung

An solchen Wasserpunkten in Alicho versorgen sich die Menschen
  • Verteilung von Reinigungstabletten zur Wasseraufbereitung: Aufgrund des akuten Wassermangels trinken und nutzen die Bewohner verunreinigtes Wasser aus verschmutzten Quellen, was schwerwiegende Gesundheitsrisiken mit sich bringt.
  • Wasserversorgungssysteme: Zu wenig Regen und ein sinkender Grundwasserspiegel führen dazu, dass Frauen und Kinder zwei- bis dreistündige Wege zurücklegen müssen, um Wasser zu holen. Daher sollen die von der Dürre betroffenen Dörfer mit Wasserversorgungssystemen ausgestattet werden.
  • WASH (Wasser, Sanitär und Hygiene): Die unzureichende Hygiene im Umgang mit dem wenigen Wasser verschlimmert die Situation noch. Daher werden zusätzlich Schulungsmaßnahmen rund um das Thema WASH durchgeführt.
  • Verteilung von Kanistern und Eimern: Wasserkanister und Eimer sollen zum besseren Transport, zur Lagerung und Nutzung von Wasser an die Dorfbewohner verteilen werden.
  • Quellenerschließung, Brunnenbau sowie Instandhaltung: Die Quellen und Brunnen funktionieren in Alicho seit langer Zeit nicht, denn der Grundwasserspiegel ist extrem gesunken. Aus diesem Grund sollen Brunnen repariert, Wasserverteilungsstellen errichtet und Quellen instandgesetzt werden.

Gesichter und Geschichten hinter dem Projekt

Durch die Wasserverteilestellen wie diese müssen die Menschen nicht mehr so weit laufen, um an sauberes Wasser zu gelangen

Rund um die Wasserverteilstelle in Alicho Wiriro ist sehr viel los. Die Einwohner, die  Habitat for Humanity Deutschland-Mitarbeiter András interviewt hat, sind sich einig: Sich hier mit Wasser versorgen zu können, ist für das Dorf ein großer Segen. Bevor es diese Stelle gab, mussten die Menschen mehrere Stunden laufen, um an sauberes Wasser für ihre Familien zu gelangen. Neben der starken körperlichen Belastung gab es dabei noch andere Probleme: So wurden während der langen Abwesenheit regelmäßig die Nutztierherden von Hyänen angegriffen – Verluste, die für die Menschen dramatische Folgen hatten. Größtenteils leben die Einwohner in Alicho Wiriro nämlich von der Ernte ihrer Nutzpflanzen, die sie in ihren kleinen Gärten anbauen. Extreme Dürre bzw. starke Regenfälle mit Überflutungen, die in den letzten Jahren vermehrt auftraten, haben die Menschen schwer getroffen:

„Ganz gleich, wie viel es während der Regenzeit geregnet hat, wir hatten trotzdem keine gesicherte Wasserversorgung. Entweder mussten wir die meiste Zeit des Tages damit zubringen, Wasser aus entfernten Gebieten in schweren 20-Liter-Kanistern zu uns zu holen, oder aber wir mussten Wasser trinken, das uns krank machte!“, erzählt eine Dorfbewohnerin.